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Dogmatik

Enzyklika: Ecclesia de Eucharistie

Hallo,

heute möchte ich gerne einiges zur neusten Enzyklika des Papstes schreiben. Wir haben sie im Rahmen eines Seminars in der Uni gelesen und dabei sind wir natürlich besonders auf die Unterschiede eingegangen und auf die Punkte, in denen gegen die evangelischen Kirchen gesprochen wird.

Allerdings möchte ich nur auszugsweise darauf eingehen, da das hier auch sonst den Rahmen sprengen würde.

In dieser Enzyklika geht es ja vordergründig um die Bedeutung der Eucharistie in der Kirche. In dramatischer Weise und teilweise etwas blumig beschreibt der Papst, dass die Eucharistie doch das wichtigste überhaupt ist. Nicht wie bei uns eine gute Predigt ;-).

Eine richtige Eucharistie kann aber nur von einem geweihten Priester im Rahmen der apostolischen Sukzession vollzogen werden. Wobei die apostolische Sukzession biblisch ja nun nicht begründet werden kann. Das heißt für uns evangelisch Gläubige: wir können keine richtige Eucharistie feiern, denn wir haben ja keinen Priester, sondern nur einen Pfarrer. Priester sind wir Gläubigen ja ohnehin schon, mir fällt jetzt spontan die Stelle nicht ein, in der Jesus sagt: "wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind".

Natürlich in der Eucharistie die Wandlung in Christi Leib wichtig, von der wir nicht ausgehen. Der Papst scheint ja davon auszugehen, dass das immerwährende Opfer nur dann anhält, wenn eine Wandlung stattfindet, die nur das Amtspriestertum vollziehen kann, doch dagegen ist zu sagen, dass das Opfer immer da ist und nicht nur bei der Wandlung.

Die Gefahr dabei ist, dass die Eucharistie (für uns Evangelische Theologen das Abendmahl) von der Kirche abhängig ist, dass es ohne Kirche kein Opfer und auch keine Eucharistie gäbe.

Eine Lösung für dieses Problem wäre, wenn sich nicht das Brot und der Wein in Christus verwandelt, was übrigens ein wenig kannibalistisch (Joh 6,57) klingt, sondern Christus in Brot und Wein. Die Reihenfolge ist hier entscheidend.

Der Papst wirft uns auch nur eine reine Gedächtsnisfeier vor, jedoch denkt so nur Zwingli, Luther dagegen geht schon von mehr als nur gedenken aus. Darin liegt ja der Streitpunkt zwischen Luther und Zwingli, ein wenig noch Calvin. Da hätte man sich vielleicht mal etwas besser informieren sollen ;-))

An einer Stelle klingt die Eucharistie auch so, als sei sie nur für den Priester gedacht. Da soll der Priester jeden Tag eine Eucharistie abhalten, auch ohne die Gemeinde, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Einige Seite später revidiert der Papst das wieder und meint, Gemeinschaft sei ja doch wichtig.

Besonders problematisch ist auch die Auslegung des Johannes Evangeliums. Da zitiert der Papst wahlweise aus dem Kontext dieses Evangelium, versucht es aber wörtlich zu lesen. Jedoch hat das Johannes Evangelium viel mehr den Anspruch, metaphorisch gelesen zu werden. Da meint der Papst, "wirklich" hieße, dass das nun genau wörtlich, einfach und als feste Aussage zu lesen sei, aber "wirklich" bedeutet in den biblischen Texten nicht das Gegenteil von "metaphorisch". Metaphern kann man auch nicht einfach in direkte Aussagen übersetzen.

So, jetzt habe ich erst einmal eine Menge geschrieben und hoffe auf eine rege Diskussion!

Viele Grüße,

Diana

Beitrag von Diana, 2003-07-24 23:39


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