Christenmensch
Fragen an einen Christenmenschen
1) Warum gibt es Gott?
Warum gerade den, an den die Christen glauben?
Gibt es denn überhaupt etwas? Und wenn ja: Warum gibt es etwas und nicht nichts?Und warum gibt es gerade das, was es gibt und nichts anderes?
Könnte es auch nichts geben, obwohl das Nichts dann doch etwas wäre?Wenn es aber das Nichts nicht geben kann, ist es dann überhaupt sinnvoll, von einem Sein zu sprechen (ohne Dunkelheit gäbe es kein Licht)?
Ist der Gottesglaube nicht lediglich eine Ausflucht aus den Aporien unseres (selbstbezüglichen) Denkens ins Undenkbare?
Geht nicht die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, von der selbstbezüglichen Prämisse aus, dass es Gott nur geben kann oder nicht? Und schließt sie daher nicht die außerhalb des Verstandes liegende Möglichkeit aus, dass es einen Gott weder gibt noch nicht gibt, oder dass es einen Gott sowohl gibt als auch nicht gibt, das heißt dass Gott über Sein und Nichtsein erhaben ist? Wird daher Gott nicht durch den Verstand vergewaltigt?
Haben denn nicht sogar die verstandesdefinierten Naturwissenschaften längst (seit der Quantentheorie zu Beginn des letzten Jahrhunderts) erkannt, dass die von unserer alltäglichen Sinneserfahrung geprägten Vorstellungen und Begriffe unseres Verstandes kein geeignetes Erkenntnismittel für Forschungsbereiche außerhalb dieser unmittelbaren Wahrnehmung (nämlich hinsichtlich des Mikro – und des Makrokosmos) sind, insbesondere unser kontradiktorisches Denken versagt (Ein Elektron ist sowohl überall als auch nirgends)?Muss nicht diese in den Wissenschaften gewonnene Erkenntnis der Strukturdeterminiertheit unseres Denkens erst recht im Glaubensbereich gelten (nicht nur für Begriffe wie Sein und Nichtsein, sondern auch für die weiteren glaubensrelevanten Begriffe wie Wahrheit – Unwahrheit, Sinn – Sinnlosigkeit, Gut – Böse usw.)?
2) Stellt ein personifizierter Gott nicht lediglich eine Extrapolation unserer Vorstellungswelt ins Unvorstellbare dar? Liegt der Grund für den Glauben an einen solchen Gott nicht lediglich in der Verabsolutierung unserer Vorstellungen, insbesondere darin, dass wir uns das Nichts und das Unendliche nicht vorstellen können und in allem einen Sinn sehen (wollen)? Welchen Sinn sollte im übrigen Sinn haben?
Kann ein personifizierter Gott seinen Ursprung in sich selbst tragen, obwohl er als ein Wesen auf apriorische Eigenschaften angewiesen ist wie Allmacht, Allwissenheit ,Willen und Güte?
Widersprechen dabei nicht insbesondere die Willensunterlegenheit und das Attribut der Güte der Allmacht, indem sie Gott transzendieren (überbestimmen)?Ergeben sich dann denn nicht paradoxe Fragen wie diejenige, ob Gott in seiner Allmacht auch nicht allmächtig sein kann? Wird Gott durch Allmacht und Allwissenheit nicht mitschuldig an den Sünden der Menschen, indem er in seiner Allmacht die Möglichkeit hierzu geschaffen hat und in seiner Allwissenheit jede Sünde voraussieht?
3) Kann Gott allmächtig sein, wenn er existiert und daher selbst nur Teil des Seins ist (Dietrich Bonhoeffer: „Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht.“)?
Kann er in seiner Allmacht auch nicht existieren und daher nicht allmächtig sein?
Ist nicht die Allmacht letztlich lediglich Synonym für das Sein überhaupt?
4) Woran soll eine letzte Wahrheit als solche erkannt werden können, obwohl über ihr ja keine noch höhere Wahrheit mehr als Kriterium stehen kann?
Warum soll es überhaupt eine Wahrheit geben, und wenn es eine gibt: Warum gibt es dann gerade die, die es gibt?
Was soll an einer Wahrheit wahr sein?
Warum muss man sie erst suchen?
Wie kann man sie finden, wenn man sie nicht kennt?
5) Warum sollte der Unterschied zwischen Sein (unter Einschluss von uns selbst mit unserem Denken und Wahrnehmen) und Nichtsein, Wahrheit und Unwahrheit, Subjekt und Objekt, Teil und Ganzem, Sinn und Chaos usw. nicht nur in unserer Vorstellung (kontradiktorisches Denken) existieren?
Warum sollte es außerhalb unseres Gehirns etwas geben, wenn es genügt, dass wir es uns nur einbilden?
6) Wie kann unser raumzeitliches Universum eine Schöpfung Gottes sein, obwohl eine Schöpfung (Ursache – Wirkung) bereits Raum und Zeit voraussetzt?
Wer hat überhaupt das Sein und damit auch Gott geschaffen?
Wofür hat Gott das 14 Milliarden Jahre alte, unendliche Universum geschaffen, wenn es überhaupt erst seit 4 Millionen Jahren (nämlich durch das Leben, das sich seitdem entwickelt hat) wahrgenommen werden kann und auch heute noch sogar von der „Krone der Schöpfung“, dem Menschen, nur in einem quantitativ und qualitativ verschwindend winzigen Bereich mit ihren Sinnen erfasst und verstandesmäßig letztlich überhaupt nicht begriffen wird, obendrein als unvollkommen (Naturkatastrophen usw.) und ungerecht erlebt wird?
Warum hat Gott die Zeit geschaffen, um etwas zu verwirklichen (zum Beispiel die Evolution), statt das Ziel einfach sofort wirklich sein zu lassen?Warum bedarf es erst der Erlösung, statt dass es das Leid überhaupt gar nicht gibt?
Warum hat Gott diesen Aufwand einer ungeheueren Schöpfung für die wenigen Winzlinge im unendlichen All, die überhaupt über das Bewusstsein, dass es ein solches gibt, verfügen, betrieben, obwohl es genügt hätte, sie sich das All nur einbilden zu lassen und – hinsichtlich der Vortäuschung einer objektiven Realität -das Unwerturteil „Betrug“ erst gar nicht in die Schöpfung einzuführen?
7) Warum ist die Schöpfung Gottes so unvollkommen?
Warum wird sie immer wieder durch Naturkatastrophen beschädigt? Warum lassen sich Lebewesen täuschen?Warum täuschen sie sich untereinander und fressen sich gegenseitig auf? Warum leben sie in ständiger Angst um ihr Leben? Warum sind Computer dem menschlichen Gehirn partiell überlegen? Warum ist die Evolution noch längst nicht abgeschlossen und führt immer wieder in Sackgassen?
Hätte Gott überhaupt eine vollkommene Welt schaffen können, ohne dadurch sich selbst als das Vollkommene aufzugeben? Wäre nicht, wenn Gott eine perfekte Welt geschaffen hätte, diese er selbst, nicht mehr seine Schöpfung
Du lässt uns Gott trotz seiner Allmacht und seine Güte unschuldig leiden (Theodizeefrage; siehe gesonderte Abhandlung)? Ist er glücklicher als seine Geschöpfe; hat er diese also trotz seiner Güte weniger glücklich geschaffen?
8) Warum hat Gott das Böse geschaffen ? ((Jes.45.7;Jer.45.5;Ps.88.7;Kl.3.36,37,38;Spr,16.4;Am3.6;;Sach.3.1Hiob1.6,2.1;Mat5.45 10.29;Luk.12.6;1.Kor.4.7;Rö.8.20,22),
Warum hat er es geschaffen, obwohl er es nicht will und daher vom Menschen das Gute erwartet?
Warum hat er die Willensfreiheit des Menschen geschaffen, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden? Hat er nicht dadurch, dass er das Böse und die Willensfreiheit geschaffen hat, auch die menschliche Entscheidung für das Böse geschaffen? Wenn er in seiner Allmacht den Gegensatz von Gut und Böse und unsere Freiheit der Wahl zwischen beiden geschaffen sowie in seiner Allwissenheit jede Entscheidung für das Böse vorausgesehen hat, ist er an diesem dann nicht mitschuldig?
Warum verlangt Gott vom Menschen, das Gute zu tun, wenn er ihm das Böse (bei Reue) dann doch vergibt? Wie verträgt sich diese Allgütigkeit mit dem „Jüngsten Gericht“?Wie kann Gott die Menschen für etwas bestrafen, was er selbst erst ermöglicht hat?
Ist nicht auch die Unterscheidung zwischen Gut und Böse nur ein geistiges Konstrukt des Menschen? Eine Wertung?Warum wird sie in der außermenschlichen Natur nicht getroffen?Leben nicht die Tiere wertneutral?Ist nicht das Geschehen der unbelebten Natur (Naturkatastrophen usw.) wertneutral?
Im unermesslichen, unergründlichen Universum soll das winzig kleine bisschen Menschenleben auf dem Sandkorn „Erde“ für Gott so wichtig sein, dass er von ihm das Gute verlangt, obwohl sich im kosmischen Maßstab betrachtet selbst dann überhaupt nichts ändert, wenn der Mensch vor lauter Bosheit sich selbst und seine Erde zerstört?
9) Warum offenbart sich Gott nicht jedem jederzeit zumindest entsprechend dessen Erkenntnisfähigkeiten?
Warum verleiht er nur bestimmten Menschen religiöse Erfahrung, für die dann der Glaube natürlich nicht mehr schwer ist?
Warum hat er Wunder nötig? Ist ein darauf gestützter Glaube das, was er auch von denen verlangt, die nicht durch ein Wunder förmlich mit der Nase auf ihn gestoßen werden?Verlangt er blinden Glauben, obwohl er den Menschen mit einem sich dagegen sträubenden Verstand ausgestattet hat?
Warum verlangt er den Glauben an sich?
Warum gerade den anthropomorphen Glauben an einen personifizierten Gott? Widerspricht dieser Glaube nicht dem Zweiten Gebot, sich von Gott (und übrigens auch der Welt) kein Bildnis zu machen?
Warum verlangt Gott den Glauben an sich, obwohl er auch die Nichtgläubigen erlöst?
Warum hat er den Menschen mit dem Willen zum Guten und dem Drang zur Welterkenntnis ausgestattet, ohne ihm hierfür ausreichende Fähigkeiten verliehen zu haben? Warum lässt er ihn nach einem Lebenssinn suchen, der mikro – und makrokosmisch betrachtet offenbar nicht vorhanden ist (Welchen Sinn sollte ein solcher Sinn auch haben)?
Wenn man Gott nicht erfragen kann, warum lässt er uns dann fragen?
Wenn man ihn aber doch erfragen kann, warum gibt er uns keine Antwort?
Ist nicht überhaupt jede Frage sinnlos, weil sie lediglich der von der Vorstellungswelt unserer beschränkten Sinne geprägte Struktur unseres Denkens entspringt und Antworten erwartet, die ebenfalls dieser Struktur entsprechen ( Selbstbezüglichkeit des Denkens)?
Warum hat uns Gott mit dem Drang ausgestattet, nach dem „Warum“ zu fragen, obwohl wir nie eine letzte Antwort finden können, weil auch dann noch zu fragen bliebe, warum es eine solche Antwort gibt und warum gerade diese?
10) Hatte es Gott bei seiner Allmacht nötig, einen Erlöser auf die Erde zu schicken?
Offenbart nicht das Scheitern der Mission Christi – auch 2000 Jahre danach sind die Menschen nicht besser geworden – Gottes Ohnmacht?
Hat Christus denn nicht nur nichts bewirkt, sondern sogar viel Unheil gebracht?Haben wir ihm nicht die Glaubenskriege, die Verfolgung Nicht- oder Andersgläubiger, die in der Vergangenheit machtgierigen und blutrünstigen, heute noch überwiegend im Gegensatz zur Botschaft Jesu aufseiten der in Politik und Wirtschaft Mächtigen stehenden Kirchen zu verdanken?
Hatte es Gott nötig, sich überhaupt und erst durch Christus zu offenbaren?
Ist nicht auch diese Offenbarung Gottes durch seinen Sohn gescheitert, weil sich die „Missgeschöpfe“ Gottes, denen die Offenbarung gelten sollte, um diesen Sohn bis ins kleinste erbittert streiten (Zersplitterung des christlichen Glaubens)?
Warum hat Gott nicht für eine gesicherte Verbreitung des Evangeliums gesorgt, zum Beispiel durch eine schriftliche Niederlegung seiner Lehre durch Christus selbst? Warum hat er sich in Jesu nicht für die Nachwelt zweifelsfrei offenbart? Glaubenssache war Gott doch schon vorher! Der Glaube wird auch noch dadurch erschwert, dass die Berichte über Jesus und sein Wirken sowie seinen Tod und die Auferstehung insbesondere in den Evangelien unterschiedlich, widersprüchlich und nur zu einem geringen Teil authentisch sind.
Warum hat sich Gott in Jesu irrtümlich eschatologisch offenbart (Naherwartung des Reiches Gottes)?
Ist die Heilsbotschaft Christi nicht ungerecht adressiert? Sind nicht die Menschen, die vor Christus gelebt haben, diejenigen, die nicht von ihm erfahren, und überhaupt alle, die ihn nicht selbst erlebt haben, benachteiligt?
Ist es nicht ungerecht, dass Gott den wenigen Augenzeugen, denen der auferstandene Christus nach den Berichten von drei der vier Evangelien erschienen ist, den Glauben an diese Auferstehung durch diese Erscheinung so leicht gemacht hatte und von allen anderen Menschen fordert, diesen – zudem so wenig abgesicherten und widersprüchlichen – Augenzeugenberichten zu glauben?Warum brauchten die Menschen, die vor Christus gelebt hatten, nicht an einen Sohn Gottes glauben?
Warum war das Erscheinen Jesu einmalig und wiederholt sich nicht?
Warum bedarf es erst der Erlösung, statt dass das, wovon wir erlöst werden sollen, überhaupt nicht geschaffen worden ist?
11) Ist der Tod weniger Wunder als die Auferstehung?
Ist für uns nicht beides unbegreiflich, letztlich überhaupt alles? Bliebe nicht, selbst wenn alles erklärbar wäre, immer noch die Frage, warum und warum gerade so?
Warum ist der Auferstehungsglaube so zentral für die christlichen Religionen? Gibt es nicht ständig überall auf der Welt ähnliche und sogar noch besser verbürgte Wunder?Warum ist diese wichtige Botschaft Gottes so wenig abgesichert? Macht man es sich nicht zu leicht, nur aufgrund eines Wunderglaubens und der Erwartung einer Überwindung des Todes zu einer ethischen Überzeugung zu gelangen? Ähnlich wie eine Krankenhilfe in Erberwartung vordergründig ist?
Warum sind die biblischen Auferstehungsberichte so unterschiedlich und widersprüchlich? Zum Beispiel ist die Erscheinung des Auferstandenen nach dem ältesten Evangelium des Markus – 16. 9ff – nicht ursprünglicher Bestandteil dieses historischen Dokumentes. Magdalena hat der Auferstandene verboten, ihn zu berühren, Thomas hat er dazu aufgefordert. Der Fels vor dem Grab war zur Seite geschoben, die Wächter waren durch Blendung überwältigt worden: Hatten die Jünger den Leichnam nach Überwältigung der Wächter gestohlen? Der Fels war kein Hindernis, sonst hätte es der Wache nicht bedurft. Aber: wie lange hätte die Bewachung dauern sollen?Warum sollte der Auferstandene den Fels von innen mit seiner göttlichen Kraft zur Seite geschoben haben, statt einfach durch ihn hindurchzugehen, wie er später durch Wände hindurchwandelte?Dann wäre der Verdacht der Befreiung durch die Jünger vermieden worden!Die Evangelien unterscheiden sich vor allem auch darin , wer wie wann und wo dem Auferstandenen begegnet ist.
12) Ist der Glaube an das „Ewige Leben“ nicht lediglich eine naive Konsequenz aus der Unvorstellbarkeit des eigenen Nichtseins für sich ihrer selbst bewusste Lebewesen?
Fußt die Vorstellung vom „Ewigen Leben“ nicht lediglich auf einer Extrapolation der Vorstellung, dass es nur etwas geben kann oder nicht, in das Unvorstellbare, obendrein noch auf einer naiven Apriorisierung von Raum und Zeit (strukturdeterminiertes Denken)? Hat nicht die Quantenphysik gezeigt,dass Sein und Nichtsein nur zwei Aspekte Ein- und Desselben beziehungsweise nur zwei von unendlich vielen Grunddimensionen sind ?
Warum wird an ein ewiges Leben nach dem Tod und nicht auch vor der Geburt geglaubt?
Wieso quält uns Gott durch ein leidvolles Leben, über das wir uns dann doch durch die Verheißung eines paradiesischen ewigen Lebens hinwegtrösten sollen?
13) Entspringt die Bejahung der menschlichen Willensfreiheit denn nicht lediglich unserem kontradiktorischen Denken in den Gegensatzkategorien von Freiheit und Notwendigkeit?Ist dieses Denken denn nicht sogar in der Naturwissenschaft bereits längst überholt (Quantenphysik)?
Wie lässt sich die Willensfreiheit mit den kognitionswissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbaren, wonach bereits circa eine Sekunde, bevor wir uns einer „Entscheidung“ bewusst sind, alle hierfür erforderlichen Gehirnaktivitäten abgeschlossen sind?
Ist denn nicht jede „freie“ Entscheidung das subjektiv zwingende Ergebnis einer Abwägung(aufgrund genetischer Prägung, Erfahrung, Erziehung usw.)? Wovon soll denn der Wille frei sein?Doch nicht von den willensbildenden Faktoren ! Nach Schopenhauer können wir zwar etwas tun wollen, aber nicht etwas wollen wollen. Seinen Willen kann man sich nicht aussuchen, ohne ihn bereits zu haben .
Wäre andererseits nicht in einer determinierten Welt Gott alles und daher nur Synonym für das Universum?Wäre nicht die Zeit überflüssig, wenn das Ergebnis einer Entwicklung bereits von vornherein feststünde?
Widerspricht aber nicht die Willensfreiheit der Allmacht Gottes?
Machte sich Gott durch die Schaffung der Willensfreiheit und des Gegensatzes zwischen Gut und Böse nicht mitschuldig an der Sünde?
Warum verlangt Gott von uns etwas, was er ohne weiteres selbst verwirklichen könnte? Wozu bedarf er unser? Wozu bedarf er überhaupt der Schöpfung? Warum will er sie und uns?
Warum will er keine Sünden, die er dann aber doch vergibt?
Warum soll der Mensch so wichtig für ihn sein, obwohl dieses Geschöpf doch im All vollkommen bedeutungslos erscheint?
14) Warum hält die Kirche immer noch an so naiven Glaubensinhalten wie Riten (Beispiel: Sakramente usw.), anthropomorphen Vorstellungen (Beispiel: ewiges Leben für unendlich viele verstorbene Menschen, nicht auch für Tiere) fest?
Warum verabsolutiert sie die menschliche Vorstellungswelt, was seit den Erkenntnissen der Quantenphysik nicht einmal mehr die „realen“ Naturwissenschaften tun?
Ist es nicht naiv, von unseren Vorstellungen und mit unseren Denkstrukturen – beides von den Erfahrungen unserer beschränkten Sinne geprägt – auf eine „Wahrheit“ „außerhalb“ dieser Konstrukte zu schließen, die noch dazu diesen entsprechen soll (Beispiel: personifizierter Gott)?
Beweisen nicht die seit Zenon aufgedeckten Paradoxien unseres Denkens – auch die in die vorstehenden Fragen gekleideten – die Sinnlosigkeit von Überzeugungen?
Wie verträgt sich der Einmaligkeitsanspruch der Lehre Christi mit nahezu identischen vorchristlichen Religionen und Kulten?
Wie verträgt sich der Absolutheitsanspruch des christlichen Glaubens mit seiner Spaltung und der Existenz anderer Religionen, die ja entweder ebenfalls gottgewollt sind oder der Allmacht Gottes widersprechen?
Wie verträgt sich dieser Anspruch mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften, wonach es keine absolute Wahrheit gibt (komplementärer Wahrheitsbegriff in der Quantenphysik, relativer in der Relativitätstheorie, komplexer in der Chaostheorie, selbstbezüglicher in der Kognitionswissenschaft)?
Beitrag von Knut Hacker, 2009-12-11 17:25
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- Christenmensch (Knut Hacker, 2009-12-11 17:25)
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