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Dogmatik

Atheismus

Atheismus

Der Atheismus beruht auf folgenden naiven Annahmen:

1) Gott könne es nur geben oder nicht geben.

Diese Ansicht ist noch der aristotelischen Logik ( „ tertium non datur „ ) verhaftet. Die Quantenlogik dagegen ist mehrwertig. Ein Elementarteilchen wie zum Beispiel ein Elektron ist in seiner (unbeobachteten) Superposition zugleich überall und nirgends, also jenseits der - kontradiktorischen - Primärdimensionen Sein und Nichtsein.

Was für subatomare Elementarteilchen gilt, sollte doch erst recht für einen begriffsmäßig transzendenden, allmächtigen Gott gelten, nämlich dass er über Sein und Nichtsein erhaben ist.


2) Die Gottgläubigen glaubten an einen Gott, den es gibt.

Bonhoeffer hat es dagegen auf den Punkt gebracht: „Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht.“ Denn ein dem Sein angehöriger Gott wäre nicht allmächtig, sondern würde als ein bloßer Gegenstand des Seins von diesem transzendiert.
Demgemäß kommt Gott nach dem Alten Testament keine Identität zu ( 2. Mos.3.14: „Gott entgegnete dem Moses:Ich bin, der ich bin!´ “=“Jahwe“; 2.Mos.20,4: „ Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.“; 5.Mos.5,8: “Du sollst dir kein Bildnis machen, einigerlei Gleichnis, weder oben im Himmel, noch unten auf Erden, noch im Wasser unter der Erde.“ = „Zweites Gebot“; vgl. auch insbes. 2. Mos. 33,18 ff; Pred. 8,17;11,5; Jes.55,9;1.Kön.8,27 )


3) Die menschliche Wahrnehmung (die Sinne, der Verstand, das Gefühl, Wertungen) sei quantitativ und qualitativ allumfassend.Was von ihr nicht erfasst werden kann, das gebe es nicht.

Damit werden alle wissenschaftlichen Grunderkenntnisse ignoriert:

a) Nach dem Unbestimmtheitssatz des Mathematikers Gödel vermag kein System sich selbst zu erkennen.Zu einer solchen Erkenntnis bedarf es einer Metaebene als Erkenntnisstandpunkt. Der Mensch müsste sich sozusagen wie Münchhausen am eigenen Schopf (der Erkenntnisfähigkeit) über sich hinaus erheben können.

b) Nach der Evolutionslehre ist die Entwicklung des Menschen und damit auch seiner Wahrnehmungsorgane, insbesondere auch des Verstandes, nicht abgeschlossen.Überdies haben sich diese Organe lediglich als biologischer Überlebensvorteil zur Lebensbewältigung entwickelt, nicht für eine Funktion außerhalb dieses Lebensbereiches wie Letzterkenntnisse.

4) Die Kognitionswissenschaften haben all unsere sensitiven, rationalen, psychischen, ästhetischen, ethischen Wahrnehmungen als bloße geistige Konstrukte enttarnt.Insbesondere ist also auch der Verstand, der sich so gerne verabsolutiert, strukturdeterminiert: Er abstrahiert, selektiert, konstruiert. Das reduktionistische, fragmentierende Denken wird der holistischen Natur nicht gerecht (Quantenphysik, Chaosforschung).

5) Die beiden Relativitätstheorien und die Quantentheorie – alle experimentell bestens abgesichert und in der Technik bewährt – haben absolute Grenzen unserer Vorstellungskraft aufgezeigt (ihre Ergebnisse sind nur noch mathematisch ausdrückbar), die allenfalls durch eine weitere evolutionäre Entwicklung unseres Verstandes erweitert werden können.

Beitrag von Knut Hacker, 2010-01-16 17:36


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