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Dogmatik

" Güte " Gottes

Gottes „Güte“

EinGott ist nicht im Sinne eines Wertungsergebnisses gut, da er einen solchen Bewertungsmaßstab (mit dem Gegensatz von Gut und Schlecht) ja in seiner Allmacht erst geschaffen hat (Hiob 38,5; Rö.5,13) und ihm daher nicht auch selbst unterlegen sein kann (daher hat er die Tröster Hiobs getadelt,weil sie ihn, Gott, zu rechtfertigen versucht hatten; Hiob 42,7) – ebenso wenig wie der Töpfer den Maßen seines Werkes unterliegt ( Jes.45,9;Rö.9.20). Vielmehr ist er in dem Sinne gut ( Mk 10,18), dass er in seiner Erhabenheit über jegliche Bewertung ( Mat.5,45) nicht negativ bewertet werden kann und auch die Unmöglichkeit, positiv bewertet werden zu können, nichts Negatives sein kann.
Oder positiv ausgedrückt: Gott ist im Sinne einer Überwertigkeit „gut“ als interpolative Charakterisierung - so wie unser Bewusstsein, Sinneseindrücke wie Hell und Dunkel erst schafft und daher selbst weder hell noch dunkel ist, aber in Analogie zu unserer positiven Empfindung der Helligkeit als hell charakterisiert werden kann („ heller Geist“).

„Deus non est genere – Gott steht außerhalb jeder Art zu sein“, hat es Thomas von Aquin auf den Nenner gebracht (S.th.I,qu.3,a.5)
Bei Meister Eckhardt heißt es: „ Gott ist nicht liebenswert: er ist über alle Liebe und Liebenswürdigkeit erhaben.“ „ Sage ich demnach: Gott ist gut – es ist nicht wahr; ich vielmehr bin gut, Gott aber ist nicht gut!“ Fernab von Gott seien alle Eigenschaften, sogar das Sein.
Nikolaus von Kues hatte das Theorem der coincidentia oppositorum, des Zusammenfalles aller Gegensätze in Gott aufgestellt.

Beitrag von Knut Hacker, 2010-06-10 16:22


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